Der Kurs AK Orientierung des letzten Wochenendes gliederte sich – neben der An- und Abreise – in einen offiziellen Programmteil am Vormittag sowie einen weiteren am Nachmittag.
Mit acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer war der diesjährige Kurs zwar nicht ausgebucht, aber gut besetzt.
Für einen reibungslosen Ablauf sorgten die vier Tauchlehrerinnen und Tauchlehrer Matthias, Rita, Rüdiger und Jane. Darüber hinaus wurden wir von mindestens sechs Helferinnen und Helfern unterstützt, darunter Rita, Alexandra, Janine sowie die Bootscrew, die für einen sicheren Ablauf der VA im Wasser sorgte. Ein besonderer Dank gilt auch Frederik für die Bereitstellung des Boots.
Ich war beeindruckt, wie viele Beteiligte letztendlich nötig sind, um einen solchen Kurs erfolgreich durchführen zu können. Umso mehr gilt an dieser Stelle allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!
Anreise
Der Kurs fand im Vereinsheim der TSG Submarin Kiel am Falckensteiner Strand statt. Die Zufahrt zum Vereinsheim führt durch eine Fußgängerzone direkt am Strand. Da das Parken dort nicht gestattet ist, luden zunächst alle ihre Ausrüstung aus und stellten ihre Fahrzeuge anschließend auf dem etwas weiter entfernten öffentlichen Parkplatz ab.
Nachdem die Brevets und TTUs aller Teilnehmenden überprüft worden waren, konnte der offizielle Teil des Kurses beginnen.
Vormittag
Um 9:00 Uhr starteten wir mit einer kurzen Vorstellungsrunde und einem gegenseitigen Kennenlernen aller Teilnehmenden, Tauchlehrerinnen und Tauchlehrer sowie Unterstützenden.
Da alle Teilnehmenden den VDST-E-Learning-Kurs „AK Orientierung“ bereits im Vorfeld erfolgreich abgeschlossen hatten, konnte der theoretische Teil kompakt gestaltet werden. Nach einer kurzen Wiederholung der wichtigsten Inhalte und der Klärung offener Fragen bildeten die Teilnehmenden zwei Vierergruppen. Diese beantworteten zunächst ohne weitere Hilfsmittel fünf Wiederholungsfragen aus dem E-Learning-Kurs und präsentierten ihre Ergebnisse anschließend in der Runde.
Einzelne Themen wurden dabei vertieft, insbesondere der Umgang mit Seekarten und Tauchplatzkarten sowie die Besonderheiten des vorgesehenen Tauchgebietes.
Zum Abschluss wurde der Ablauf für die praktische Anwendung des Kompasses zur Orientierung am Nachmittag vorgestellt. Dieser umfasste neben zwei Tauchgängen auch eine vorbereitende Trockenübung. Dafür wurden wir in vier Gruppen mit jeweils zwei Teilnehmenden und einer Tauchlehrerin bzw. einem Tauchlehrer eingeteilt. Die Gruppen organisierten sich anschließend eigenständig.
Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt: In der Mittagspause um 12:30 Uhr gab es belegte Brötchen.
Nachmittag
Gegen 13 Uhr begannen wir mit den Trockenübungen am Strand. Mit einem großen Handtuch über dem Kopf absolvierten wir die Übungen quasi im Blindflug und liefen Viereck-, Dreieck- sowie Hin- und Rückkurse ab. Ziel war es, mithilfe des Kompasses wieder sicher zum Ausgangspunkt zurückzufinden. Das klappte nicht nur erstaunlich gut, sondern machte auch jede Menge Spaß. Mit diesem Wissen und der gewonnenen Sicherheit ging es anschließend ins Wasser.
Für die Tauchgänge hatten unsere Unterstützenden einen Parcours aus fünf Bojen mit GPS-Trackern aufgebaut. Eine Apnoe-Boje befand sich in der Mitte und war von vier weiteren Bojen umgeben, die jeweils genau 100 Meter von ihr entfernt lagen. Die Startboje am Strand war über eine Leine mit der Apnoe-Boje verbunden und diente beim ersten Tauchgang als Referenz, um die Zeit zu ermitteln, die eine Gruppe für die 100 Meter benötigte. Anschließend bestand die Aufgabe darin, die Bojen mithilfe des Kompasses anzupeilen und während des Tauchgangs möglichst präzise zu erreichen.
Jede Gruppe führte eine Oberflächenboje mit, an der ebenfalls ein GPS-Tracker befestigt war. Dadurch konnten wir die tatsächlich zurückgelegten Routen unserer Orientierungstauchgänge im Nachgang genau nachvollziehen. Die Administration der Tracker sowie die spätere Visualisierung der genauen Kursverläufe übernahm Janine.
Das Wetter war perfekt: nicht zu heiß, windstill und mit hervorragender Sicht sowie optimalen Bedingungen unter Wasser. Außerdem blieben wir glücklicherweise von Feuerquallen verschont.
Am Strand wurden die Tauchgruppen von Alexandra bei der An- und Abmeldung unterstützt. Von der Wasserseite aus sorgte die Bootscrew dafür, dass Surfer, Boote und andere Personen aus dem Übungsbereich ferngehalten wurden. Dafür musste die Crew bereits sehr früh am Morgen mit dem Aufbau des Kurses beginnen.
Für die Orientierungsversuche war jeweils eine Person für die Gruppenführung verantwortlich. Diese Rolle wechselte innerhalb der Gruppen regelmäßig zwischen den Teilnehmenden.
Beim ersten Tauchgang wurden die Bojen noch häufiger verfehlt, was unter anderem an einer ungenauen Haltung oder Positionierung des Kompasses lag. Im zweiten Tauchgang war bereits eine deutliche Verbesserung zu erkennen, sodass einigen Gruppen sogar echte Punktlandungen gelangen. Neben der Orientierung stand auch die Gruppenführung im Fokus. Dabei lernten wir unter anderem, stets alle Gruppenmitglieder im Blick zu behalten – was gar nicht so einfach war, da sich die Tauchlehrerinnen und Tauchlehrer gerne einmal absichtlich zurückfallen ließen. 😉
Nachdem alle Gruppen wieder an Land waren und ihre Nachbesprechungen abgeschlossen hatten, gab es gegen 16:30 Uhr dank Matthias’ Vorarbeit vom Vortag eine warme Stärkung: Suppe – sowohl in einer vegetarischen Variante als auch für die Fleischliebhaber.
Gegen 17:30 Uhr versammelten wir uns erneut, um die Ergebnisse der vier Gruppen auszuwerten und die Erfahrungen aus den Tauchgängen miteinander zu teilen. Dank Janine konnten wir uns die aufgezeichneten Kursverläufe aller Gruppen am PC ansehen. Dabei kamen einige interessante Ergebnisse zum Vorschein – unter anderem zeichnete Gruppe 2 ein nahezu perfektes Quadrat, da sie ebenfalls einen Viereckkurs getaucht war.
Mit einer gemeinsamen Abschlussrunde endete der offizielle Teil des Tages gegen 18:15 Uhr.
Abreise
Mit dem neu erworbenen Wissen und nachdem alle Tauchsachen wieder verstaut waren, konnten wir uns gegen 19:00 Uhr auf den Heimweg machen. Die meisten der Teilnehmenden werde ich dann hoffentlich am nächsten Wochenende beim AK Gruppenführung wiedersehen. 🙂
Für den Kurs,
Karsten Papke
Hier geht’s zum Video und Bericht der TSG Submarin Kiel und unserem Instagram Reel zum Seminar.

