Zwei Taucher in blauen Neoprenanzügen schwimmen horizontal nebeneinander unter Wasser mit Flossen, von oben fotografiert

Apnoetauchen – Tauchen mit dem Atem, den du hast

Eleganz, anmutiges Gleiten durch das tiefe Blau des Meeres, Stille – Begriffe und Bilder, die wohl die meisten mit Apnoetauchen verbinden. Fackelschwimmen KiWo Und wer es einmal selbst erlebt hat, weiß: Diese Bilder treffen es genau.

Apnoetauchen – auch Freitauchen oder Freediving genannt – ist Tauchen ohne Drucklufttauchgerät. Kein Atemregler, kein Zischen, kein Blasenrauschen. Nur der Körper, das Wasser und ein einziger Atemzug. Was sich nach Extremsport anhört, ist in Wahrheit einer der zugänglichsten Wege ins Wasser – und einer der alten. Menschen tauchen mit angehaltenem Atem, seit sie das Meer kennen.

Was Apnoetauchen besonders macht

Wer mit Pressluftgerät taucht, kämpft gegen den Auftrieb, hört sich selbst atmen und ist mit Technik befasst. Beim Apnoetauchen fällt das alles weg.

Du holst ein letztes Mal tief Luft. Tauchst kraftvoll ab, nimmst regelrecht „Anlauf“, um die ersten auftriebsstarken Meter hinter dich zu bringen. Du schwingst dich mit weiten Schlägen deiner langen Flossen in die Tiefe, und schwebst, den einsetzenden Abtrieb nutzend, zu deinem Zielpunkt hinunter. Einige Augenblicke verweilst du, schaust dich um, saugst die faszinierende Stimmung in dich hinein, eine Mischung aus Stille, blaugrüner Dämmerung. Sporttaucher

Das ist kein Marketing-Text. So fühlt es sich an.

Freitauchen ist nicht nur ein Sport, sondern auch die Kunst, den eigenen Körper und Geist zu kontrollieren, was Konzentration, Präzision und Entspannung erfordert. Es ist eine Disziplin, die auf verschiedenen Niveaus ausgeübt werden kann und daher für fast jeden zugänglich ist, der über grundlegende Schwimmkenntnisse verfügt. Deepspot

Apnoetauchen im VDST TLV SH – eine lebendige Szene

Freitauchen ist der Trendsport im VDST. Sporttaucher Das gilt bundesweit – und in Schleswig-Holstein besonders. Die Apnoe-Gemeinschaft im VDST TLV SH e.V. ist eng, aktiv und hat eine lange Tradition. Über mehr als zwei Jahrzehnte war Jerk Hansen im Ressort Apnoe des VDST eine prägende Figur, dessen Engagement weit über Schleswig-Holstein hinaus bekannt war.

Heute lebt die Szene in den Vereinen weiter. Besonders Elmshorn hat sich einen Namen gemacht: „Wenn ihr Apnoe lernen wollt, geht nach Elmshorn“, wurde uns immer wieder zugeraunt. Fackelschwimmen KiWo Die Schlickteufel Elmshorn – auch bekannt als UW-Hockey-Gründungsteam – haben seit Jahren eine der aktivsten Apnoe-Gruppen im Land. Regelmäßiges Training, erfahrene Ausbilder, eine Gemeinschaft die lebt.

Die Ausbildung: Spezialkurse Apnoe 1 und 2

Apnoetauchen lernt man am besten strukturiert – mit erfahrenen Trainerinnen und Trainern, die wissen wie der Körper auf Atemanhalt reagiert und was sicheres Freitauchen ausmacht. Der VDST bietet dafür zwei aufeinander aufbauende Spezialkurse an, die der VDST TLV SH e.V. regelmäßig ausschreibt.

Spezialkurs Apnoe 1 (SK Apnoe I) – der Einstieg

Der SK Apnoe I ist das Fundament. Theorie und Praxis im Hallenbad, im Wechsel – so beschreibt es ein Teilnehmer des legendären Elmshorner Kurses treffend: „Die Themen Physiologie, Streckentauchen, Yoga und Atemtechnik wechselten sich ständig ab. Die Praxis des Streckentauchens: Bauchatmung, Abstoßen, Gleiten.“ Fackelschwimmen KiWo

Was im SK Apnoe I vermittelt wird:

Atemtechnik und Physiologie: Warum hält der Körper die Luft so lange? Was passiert im Körper während des Atemanhalts? Wie beeinflusst Hyperventilation die Sicherheit? Das Verstehen der eigenen Physiologie ist die Basis für sicheres Apnoetauchen.

Zeittauchen (Static Apnea): Atemanhalt an der Oberfläche, im Wasser liegend. Die reinste Form – kein Bewegungsstress, nur Entspannung und Kontrolle. Für viele ist das der überraschendste Moment: wie lang eine Minute unter Wasser wirklich ist.

  • Streckentauchen: Unter Wasser schwimmen – horizontal, mit Flossen, auf Zeit. Technik entscheidet hier mehr als Kraft.
  • Sicherheit und Buddy-System: Die Sicherung eines Apnoetauchers und die Rettung eines „verunfallten“ Apnoetauchers – inklusive Verbringen an den Beckenrand Fackelschwimmen KiWo – sind fester Bestandteil des Kurses. Im Apnoetauchen gilt: Niemals alleine. Der Buddy ist keine Option, er ist Pflicht.
  • Yoga und Atemübungen: „Yoga? Warum das denn, ich will doch bloß tauchen?“ Jedoch: Yoga ist die perfekte Ergänzung zum Apnoe. Der Brustkorb dehnen, tiefe Bauchatmung mit Zwerchfellkontraktionen üben. Fackelschwimmen KiWo Wer entspannt ist, taucht länger und sicherer.
  • Voraussetzungen: Mindestalter 16 Jahre, gültige Tauchtauglichkeitsuntersuchung (TSU), abgeschlossene ABC-Ausrüstungs-Grundausbildung oder DTSA *.
    Spezialkurs Apnoe 2 (SK Apnoe II) – ins Freiwasser

Der Spezialkurs Apnoe 2 vermittelt in Theorie und Praxis die Besonderheiten des Apnoetauchens im Freiwasser: eigene Leistungsvermögen kennenlernen, Trainingsmethoden im Freiwasser erlernen, Sicherheitsanforderungen kennenlernen und anwenden. Fackelschwimmen KiWo

Der klassische Veranstaltungsort für den SK Apnoe 2 im VDST TLV SH e.V. ist der Kreidesee Hemmoor — ein ehemaliger Kreidesee in Niedersachsen, der mit seiner Tiefe von über 60 Metern und außergewöhnlicher Sicht zu den bekanntesten Freiwasser-Apnoe-Spots Norddeutschlands gehört. Im SK 2 steht die sichere Ausübung des Tieftauchens im Fokus. Sporttaucher

Voraussetzungen: Mindestalter 16 Jahre, DTSA Apnoe * oder DTSA * (Gerätetauchen), gültige TSU.

Das Apnoe-Brevetsystem im VDST

Wer ein Brevet anstrebt, folgt dem VDST-Apnoe-Ausbildungssystem. Die Stufen bauen aufeinander auf:

  • DTSA Apnoe (CMAS Freediver) — Grundbrevet, erworben meist im SK Apnoe I plus Freigewässerpraxis. Streckentauchen und Zeittauchen auf Einsteigerniveau, vollständiges Sicherheits- und Buddy-System.
  • DTSA Apnoe (CMAS Freediver) — Fortgeschrittene Stufe mit Tieftauchen im Freiwasser, erweiterter Physiologie und selbstständiger Tauchgangsplanung. Erfordert Praxis im Freiwasser, in der Regel über den SK Apnoe 2.
  • DTSA Apnoe S (für künftige Ausbilder) — Voraussetzung für die Trainer-C-Ausbildung im Apnoetauchen.
    Es ist übrigens auch möglich, ein Brevet ausschließlich für Streckentauchen oder Tieftauchen zu erhalten Fackelschwimmen KiWo — je nach persönlichem Schwerpunkt.

Apnoe und Gerätetauchen – kein Widerspruch

Viele Apnoistinnen und Apnoisten tauchen auch mit Gerät – und umgekehrt. Die in Spezialkursen vermittelten Inhalte sind für Geräte- und Apnoetaucher oft identisch. Das bringt beide Gruppen näher zusammen und zeigt die Gemeinsamkeiten bei der Ausübung der jeweiligen Sportart. Fackelschwimmen KiWo

Wer Gerätetauchen beherrscht, bringt wichtige Grundlagen mit: Druckausgleich, Tarierung, Wassergewöhnung. Und wer Apnoe trainiert, profitiert beim Gerätetauchen durch bessere Atemkontrolle und mehr Ruhe unter Wasser. Die beiden Sportarten ergänzen sich.

Kurse und Einstieg

Der einfachste Weg: die Spezialkurse des VDST TLV SH e.V. im Veranstaltungskalender. Der SK Apnoe 1 wird regelmäßig ausgeschrieben, häufig in Elmshorn oder Barmstedt. Der SK Apnoe 2 findet traditionell am Kreidesee Hemmoor statt.

Wer lieber zuerst im Verein reinschnuppern möchte: Fast alle VDST-Vereine in Schleswig-Holstein haben Mitglieder, die Apnoe aktiv betreiben. Der Vereinsfinder zeigt dir den nächsten.