Freitaucher mit Monoflosse gleitet horizontal durch Becken, weitere Sportler und rote Startklappe sichtbar

Leistungssport – Tauchen als Wettkampf

Für viele ist Tauchen Entspannung, Naturerlebnis, Stille. Für andere ist es der Wettkampf. Das Messen mit Gleichgesinnten, das Trainieren an der eigenen Grenze, der Teamgeist in der Kabine vor dem Sprung ins Becken. Wer das kennt, ist hier richtig.

Der Leistungssport im VDST TLV SH e.V. umfasst vier Disziplinen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die alle eines gemeinsam haben: Man braucht Ausdauer, Technik und die Bereitschaft, regelmäßig ins Wasser zu gehen.

Leistungssport-Sparten

Freitaucher trainiert mit Flossen im Schwimmbecken, Unterwasseransicht von oben, zwei Athleten im Pool

Finswimming, Flossenschwimmen & Streckentauchen

Wer Finswimming zum ersten Mal sieht, glaubt, er schaut einem Delfin beim Sprint zu. Mit einer Monoflosse oder Duoflossen bewegen sich Athletinnen und Athleten durch das Wasser mit einer Effizienz, die jede klassische Schwimmtechnik alt aussehen lässt. Beim Streckentauchen geht es noch einen Schritt weiter: vollständig unter Wasser, auf Zeit, mit minimalem Atemvorrat.

Zwei Freitaucher in Neoprenanzügen und Flossen trainieren synchron im Pool und führen koordinierte Bewegungen durch

Apnoe

Tauchen ohne Gerät. Nur der eigene Atem, die eigene Technik, die eigene Körperkontrolle. Apnoetauchen ist so alt wie das Tauchen selbst – Fischer, Schwammtaucher und Perlentaucher weltweit beherrschten diese Kunst, lange bevor es Pressluftflaschen gab. Heute ist Apnoe auch Wettkampfsport, mit eigenen Deutschen Meisterschaften, internationalen CMAS-Wettbewerben und einem wachsenden Kader im VDST.

Drei Freediver trainieren synchron unter Wasser im Hallenbad mit Unterwasserbeleuchtung

Unterwasser-Rugby

Es gibt keinen Sport, der das Raumdenken so konsequent fordert wie Unterwasser-Rugby. Angriff von oben, Ausweichen nach unten, ein Pass durch den vertikalen Raum – und das alles im Apnoe-Tauchgang, bevor die Luft ausgeht. Unterwasser-Rugby ist einzigartig. Nicht auf dem Zettel der populären Sportarten, aber bei denen, die es kennen, absolut unsterblich.

Zwei Freitaucher im Becken trainieren an roter Markierungsscheibe auf gekacheltem Untergrund

Unterwasser-Hockey

Wie im Hockey wird mit Puck und Schläger gespielt, nur eben unter Wasser. Teamgeist und die Bereitschaft, sich für den anderen einzusetzen, sind wichtige Voraussetzungen für diesen Sport; denn jedem Spieler geht irgendwann die Luft aus. Seit 2017 gibt es in Deutschland einen Spielbetrieb, aus Schleswig-Holstein sind die Schlickteufel Elmshorn dabei.

Flossenschwimmen & Streckentauchen – Geschwindigkeit im und unter Wasser

Beide Disziplinen gehören zusammen – gleiches Training, gleiche Körpergefühl, gleiche CMAS-Wettkampfstruktur. Viele Athletinnen und Athleten sind in beiden aktiv.
Geschichte

Flossenschwimmen ist eine der ältesten organisierten Unterwasserdisziplinen überhaupt. Bereits in den 1950er-Jahren entwickelte sich aus dem reinen Sporttauchen heraus ein wachsendes Interesse an Wassergeschwindigkeit. Die CMAS – die Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques, gegründet 1959 in Monaco auf Initiative von Jacques-Yves Cousteau – nahm Flossenschwimmen früh in ihr Wettkampfprogramm auf. Streckentauchen folgte als eigenständige Disziplin: Wo Finswimming die Effizienz an der Oberfläche misst, stellt Streckentauchen die Frage: Wie weit komme ich unter Wasser – mit dem Atem, den ich habe, oder mit dem kleinen bisschen Luft in der Flasche?

In Deutschland organisiert der VDST e.V. als einziger Fachverband im DOSB den gesamten Wettkampfbetrieb. Wer an offiziellen Meisterschaften teilnehmen will, macht das im VDST – und vertritt über den VDST die CMAS mit international anerkannten Ergebnissen.

Was wird geschwommen und getaucht?

  • Flossenschwimmen (Oberfläche) mit Schnorchel und Monoflosse oder Bi-Fins:
    50 m, 100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m
  • Apnoe-Streckentauchen (ohne Gerät, reiner Atemanhalt unter Wasser):
    50 m Apnoe
  • Immersionsschwimmen (mit kleinen Pressluftflaschen, die nur wenige Atemzüge erlauben):
    100 m, 400 m, 800 m

Das Immersionsschwimmen ist die besondere Spezialität: Die mitgeführte Druckluftmenge reicht nicht für die gesamte Strecke. Wann man atmet, wann nicht – und trotzdem Tempo hält – das entscheidet über Platzierung und Endzeit. Technik, Taktik und Körperbeherrschung zählen hier mehr als reine Kondition.

Wettkämpfe in SH

Die Landesmeisterschaften im VDST TLV SH e.V. finden jährlich in einem schleswig-holsteinischen Hallenbad statt und sind gleichzeitig Qualifikation für die norddeutschen und nationalen Meisterschaften. Termine findest du im Veranstaltungskalender auf tolle-website.de.

Für wen?

Finswimming und Streckentauchen sind zwei der zugänglichsten Wettkampfdisziplinen im Tauchsport. Wer schwimmt und Interesse an Ausdauer und Technik hat, kann einsteigen – egal ob 16 oder 55 Jahre alt. Viele kommen aus dem klassischen Schwimmsport, andere direkt aus dem Sporttauchen. Training findet in den Vereinspools statt, ergänzt durch regelmäßige Landesverbandstrainings.

Apnoe – der älteste Atemanhalt der Welt als Wettkampfsport

Apnoe-Wettkampf im VDST

Der VDST e.V. hat den Apnoe-Wettkampfsport in den letzten Jahren konsequent aufgebaut. Die erste Deutsche Meisterschaft im Apnoetauchen fand 2018 in Wuppertal statt – seitdem wächst die Szene spürbar. Viele Apnoistinnen und Apnoisten erleben es ähnlich: Man geht neugierig zum ersten Training, findet Gefallen daran, trainiert weiter – und steht plötzlich beim ersten Wettkampf.

Im VDST TLV SH e.V. ist Apnoe seit Jahren aktiv – sowohl als Breitensport mit regelmäßigen Spezialkursen (SK Apnoe 1 und 2) als auch im Wettkampfbereich, der auf Landesebene wieder aufgebaut wird.

Die Wettkampf-Disziplinen

Apnoe-Wettkämpfe im VDST finden im Hallenbad statt. Die Disziplinen:

  • Statische Apnoe (STA): Atemanhalt an der Wasseroberfläche – so lange wie möglich. Keine Strecke, keine Bewegung, nur Zeit.
  • Dynamische Apnoe mit Flossen (DYN): Strecke unter Wasser mit Mono- oder Beinflossen – so weit wie möglich mit einer Einatmung.
  • Dynamische Apnoe ohne Flossen (DNF): Dasselbe, aber rein durch Körperbewegung – kein Hilfsmittel, nur Technik.
  • Dynamic Bi-Fins (DBF): Dynamische Apnoe mit zwei Beinflossen statt Monoflosse.
  • Staffeln: 2×50 m, 4×50 m und 8×50 m – Apnoe als Teamsport, bei dem abwechselnd getaucht wird.

Apnoe und Leistungssport in SH

Der VDST TLV SH e.V. plant, den Apnoe-Wettkampf als feste Disziplin in die jährliche Landesmeisterschaft zu integrieren – neben UW-Rugby, UW-Hockey und Finswimming. Die Basis ist da: Regelmäßige Spezialkurse, eine aktive Trainer-C-Apnoe-Ausbildung (gemeinsam mit der VDST Gruppe Nord in Bad Malente) und ein wachsendes Interesse in den Vereinen.

Wer sich für den Apnoe-Wettkampfsport interessiert, braucht einen VDST-Wettkampfpass Apnoe sowie eine tauchsportärztliche Untersuchung. Den Einstieg bieten die Spezialkurse SK Apnoe 1 und 2, die regelmäßig im TLV SH angeboten werden.

Apnoe und Flossenschwimmen – zwei Seiten einer Medaille

Es ist kein Zufall, dass viele Apnoistinnen und Apnoisten auch Flossenschwimmen oder Streckentauchen betreiben – und umgekehrt. Die Atemkontrolle, das Körpergefühl im Wasser und die mentale Disziplin verbinden alle drei Disziplinen. Wer in einer davon trainiert, bringt automatisch gute Grundlagen für die anderen mit.

Unterwasser-Rugby – die einzige 3D-Teamsportart der Welt

Entstehung und Geschichte

Unterwasser-Rugby entstand in Deutschland. Das ist kein Mythos, sondern historische Tatsache. In den frühen 1960er-Jahren entwickelten Sporttaucher des Deutschen Unterwasser-Clubs (DUC) in Köln eine neue Trainingsform: Ball spielen im Schwimmbad unter Wasser. Was zunächst als lockere Übung begann, hatte bereits 1961 erste feste Regeln und wurde schnell zur eigenständigen Wettkampfsportart.

Der Ball – gefüllt mit Salzwasser und damit leicht negativ auftriebsneutral – sinkt langsam Richtung Boden. Der Korb (ein offener Metallkorb, der mit Salzwasser gefüllt ist) liegt am Boden des Beckens. Ziel: Den Ball in den gegnerischen Korb bringen. Verteidigung, Angriff, taktisches Stellungsspiel – alles im dreidimensionalen Raum bei einer Wassertiefe von 3,5 bis 5 Metern.

Die CMAS erkannte Unterwasser-Rugby 1978 offiziell an. Heute gibt es Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und einen aktiven internationalen Spielbetrieb – mit Deutschland traditionell unter den stärksten Nationen.

UW-Rugby in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hat UW-Rugby eine lebendige Heimat. Teams spielen in Norderstedt, Kiel, Lübeck, Oldesloe, Flensburg und Segeberg. Der VDST TLV SH e.V. veranstaltet ein monatliches offenes Landesverbandstraining – eine niedrigschwellige Möglichkeit, die Sportart auszuprobieren, bevor man sich für einen Verein entscheidet. Die Teams nehmen an Turnieren teil und spielen in den verschiedenen Ligen des nationalen UW-Rugby-Verbands.

Landesverbandstrainer Thorsten Grimm koordiniert Spielbetrieb und Training.

Wer passt zu UW-Rugby?

UW-Rugby ist ein Kontaktsport. Körperlicher Einsatz gehört dazu – allerdings in einem anderen Kontext als an Land. Weil jeder irgendwann Luft braucht, gibt es natürliche Pausen, die den Sport zugänglicher machen als man denkt. Athleten fast jeden Alters trainieren und spielen hier häufig Seite an Seite. Taucherfahrung ist hilfreich, aber kein Muss für den Einstieg – wichtiger sind Teamgeist, Ausdauer und die Bereitschaft, viel Zeit im Wasser zu verbringen.

Unterwasser-Hockey – Puck, Schläger, kein Sauerstoff

Geschichte einer jungen Sportart

Unterwasser-Hockey hat seinen Ursprung in England. 1954 erfand Alan Blake vom South Sea Sub Aqua Club in Portsmouth ein Wintertraining für Taucher: „Octopush“ – ein Spiel am Beckenboden mit kleinen Pucks und flachen Schlägern. Die Idee war simpel, das Spielprinzip sofort faszinierend.

In den folgenden Jahrzehnten verbreitete sich das Spiel über Großbritannien hinaus. Australien und Neuseeland entwickelten sich früh zu Hochburgen. Die CMAS nahm die Sportart in ihr Programm auf, und 1980 fand in Vancouver die erste inoffizielle Weltmeisterschaft statt – die erste offizielle WM 1982 in Kanada.

In Deutschland dauerte es etwas länger. Erst 2017 begann in Deutschland ein offizieller Spielbetrieb – und Schleswig-Holstein war von Anfang an dabei: Die Schlickteufel Elmshorn gehören zu den Gründungsteams des deutschen UW-Hockey.

Wie wird gespielt?

Gespielt wird auf dem Boden eines 25-Meter-Beckens bei einer Tiefe von 2 bis 4 Metern. Jedes Team schickt sechs Spielerinnen oder Spieler gleichzeitig ins Wasser – gewechselt wird rollierend an der Beckenkante. Der Puck besteht aus bleihaltigem Kunststoff und liegt auf dem Boden. Ziel ist es, ihn in das gegnerische Tor – eine rinnenförmige Vertiefung an der Stirnseite – zu schieben.

Das Besondere: Es gibt keine Pause. Wer Luft braucht, taucht auf und wird sofort ersetzt. Das macht UW-Hockey zu einer der intensivsten Teamsportarten überhaupt – sowohl körperlich als auch taktisch.

UW-Hockey in Schleswig-Holstein

Die Schlickteufel Elmshorn sind das Aushängeschild des UW-Hockeys im Norden. Landesverbandstrainer Kristian Reukauff betreut das Team und koordiniert den Spielbetrieb auf Landesebene.

Da UW-Hockey in Deutschland noch relativ jung ist, bietet die Sportart besondere Chancen: Wer jetzt einsteigt, baut die Szene aktiv mit auf. Die Gemeinschaft ist eng, das Niveau steigt schnell – und die Möglichkeit, früh an Wettkämpfen auf nationaler Ebene teilzunehmen, ist real.

Nach Corona – Neustart des Leistungssports

Gemeinsam wieder aufbauen

Die Corona-Pandemie hat den Leistungssport im VDST TLV SH e.V. hart getroffen. Trainingsverbote, ausgefallene Meisterschaften, aufgelöste Teams – der Wiederaufbau begann bei fast null. Seit 2022 geht es spürbar aufwärts: Neue Sportlerinnen und Sportler finden den Weg in die Becken, Landesverbandstrainings werden wieder regelmäßig angeboten, Wettkämpfe stattfinden.

Wir sind ehrlich: Wir suchen Menschen, die mit aufbauen wollen. Egal ob du Erfahrung aus dem Wettkampfsport mitbringst oder einfach neugierig auf eine dieser Sportarten bist – komm ins Landesverbandstraining, schau dir einen Wettkampf an, nimm Kontakt auf.

Formulare / Downloads

Ansprechpartner Leistungssport

Wie du einsteigst

Der einfachste Weg in den Leistungssport führt über dein Tauchverein. Fast alle Vereine im VDST TLV SH e.V. haben Mitglieder, die in einer der drei Disziplinen aktiv sind. Alternativ bietet der Landesverband regelmäßig offene Trainings an – besonders im UW-Rugby-Bereich.

  • Carl Wossidlo
    1. Vertretung LS Leitung / Leitung Sparte UWR
  • Thorsten Grimm
    Leistungssport Leitung / Landesverbandstrainer Unterwasserrugby
  • Kristian Reukauff
    Spartenleitung UWH
  • Jakob Törper
    Spartenleitung Finswimming / 2. Vertretung LS
  • Lisa Stein
    Spartenleitung Finswimming / 2. Vertretung LS

Häufig gestellte Fragen

Alles rund um Flossenschwimmen, Streckentauchen, Apnoetauchen, Unterwasser-Rugby und Unterwasser-Hockey im VDST TLV SH e.V.

Einstieg & Überblick

Finswimming (Flossenschwimmen)

Streckentauchen (Apnoe & Immersion)

Apnoetauchen (Freitauchen)

Unterwasser-Rugby

Unterwasser-Hockey

Noch Fragen zum Leistungssport?

Schreib uns direkt – Thorsten Grimm und das Leistungssport-Team helfen dir weiter.

leistungssport@tlv-sh.de

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