Wer auf die andere Seite jenseits der Grenzen des
Sporttauchens schauen möchte, der kommt im VDST um den Tec Basic Kurs nicht
herum. Wie gut, dass dieser Kurs im Norden so gut und fundiert durchgeführt
wird. Aber der Reihe nach….
In Vorbereitung auf das Sichtungswochenende, fand am 4.6.
eine Onlinevorstellung der Ausbilder und der Teilnehmer statt. Um die Zeit in
Hemmoor optimal für die praktische Ausbildung nutzen zu können wurde die
Theorie bereits vorab am 8.6. online unterrichtet.
Der Lehrgang besteht aus einem Sichtungs- und einem
Prüfungswochenende und folglich trafen sich die Teilnehmenden vom 26. bis 28.
Juni in Hemmoor zum schweißtreibenden ersten Teil – was hierbei wörtlich zu
verstehen ist, da es sich um das heißeste Wochenende des Jahres bis dahin
handelte.
Wie üblich begann das Sichtungswochenende mit der
ausgiebigen Vorstellung und Kommentierung der vorhandenen Geräte aller Taucher:innen. Dabei kam einiges an Verbesserungsbedarf zusammen, sodass „Leerlauf“ am Wochenende mit dem Griff in die Werkzeugkiste überbrückt werden konnte. Noch
vor dem ersten Tauchgang war das kleine Zelt- und Wohnwagenlager voller
Fachgespräche und kleinen Schraubereinheiten. Das warme Wetter – immerhin ca.
25 Grad bis weit in die Nacht – lud dazu ein.
Für die Tauchgänge an den beiden folgenden Tagen schlugen
wir ein provisorisches Lager direkt am Einstieg E1 im Schatten der Bäume auf. Aufgrund der Hitze gab es niemanden, der den Weg im Trocki mit Gerät über den Platz wagte. Im Gegenteil: Alle waren froh über die langen Tauchgänge, die
wenigstens ein Minimum an Abkühlung boten. Unter der Wasseroberfläche begann
dann die eigentliche Arbeit: Übung für Übung – erst auf der Plattform, dann im Freiwasser und im nächsten Tauchgang von vorne. Man glaubt gar nicht, auf wieviel Arten man einen Karabiner falsch einclippen kann 😉 Die einzelnen Tauchgruppen und die Instruktoren legten ihre Schwerpunkte dabei unterschiedlich und immer entlang der Bedarfe der Teilnehmenden aus. Durch das konstruktive Feedback (und die Hitze, erwähnte wir das schon?) wurden wir sehr motiviert für den nächsten Tauchgang! Ein herzlicher Dank an das Team an dieser Stelle für die immer offenen und wertvollen Rückmeldungen! Sonntag wurden die Tauchgänge um das Mitführen einer
Stage erweitert. Stage ablegen, Bottle Rotation, Gaswechsel stand auf dem Plan.
Dabei erfolgten, wie üblich, erst ein ausgiebiger Dry-Run
(also eine Trockenübung an Land) bevor das Besprochene dann unter Wasser
umgesetzt wurde. Nach zwei intensiven Tauchgängen und einer offenen
Feedbackrunde endete das Sichtungswochenende und jeder konnte die persönlichen „Hausaufgaben“ mit nach Hause nehmen. Das Prüfungswochenende vom 21. bis 23. August begann am
Freitag mit der Theorieprüfung. In kleinen Gruppen wurde das theoretische
Wissen der Teilnehmer:innen in Form eines Gesprächs geprüft. Im Gegensatz zum
ersten Wochenende, bei dem wir fast verglüht sind, fiel das Prüfungswochenende stürmisch und nass aus, was unserer Motivation jedoch keinen Abbruch tat. Wir begannen den Samstag mit der Rettungsübung in
waagerechter Lage. Für die meisten eine neue Übung und auch eine koordinative Herausforderung die allseits Interesse und Beliebtheit erntete. Danach wurde es ernst. Das erlernte und intensiv über die letzten Wochen Geübte musste vorgeführt werden. Get ready, Basic 6, OOG, V-Drill, Stagehandling, Gaswechsel, Kicks, Awareness, Trimm & Tarierung wurden bei langen Tauchgängen auf den Prüfstand gestellt. Abends bei einer gemeinsamen Grillung am Lagerfeuer wurde
das Ganze noch in der Gruppe noch einmal analysiert.
Sonntag dann – das Wetter war immer noch nicht besser – konnte
dem Ganzen noch einmal der letzte Schliff gegeben werden. Erschöpft, aber
zufrieden fuhren wir dann an dem späten Sonntagnachmittag nach einer
ausgiebigen Abschlussbesprechung nach Haus.
Die Worte, die uns bei unserem ersten Treffen gesagt wurden,
haben sich bewahrheitet: Nach dem Bestehen dieses Brevets darf man zwar nicht
mehr, jedoch man kann eine ganze Menge mehr! Ein Muss und eine Voraussetzung
für jeden, der mit dem Gedanken spielt in den Bereich des technischen Tauchens überzugehen oder auch einfach seinen Horizont erweitern möchte. Wie heißt es so schön: Stillstand ist Rückstand!
(Helge Tiedemann, Tobias Neujoks, Jorgo Papapanagiotou)



