Los gings im großzügigen Seminarraum mit einer theoretischen
Lektion. Archäologische Grundlagen, historische Hintergründe, Rechtskunde und
vor allem die Dokumentationsmethoden standen auf dem Plan. Die Orthogonal- und
die Trilaterationsvermessung wurden anschließend an einem Stockanker auf dem Freigelände
im Dryrun geübt. Danach ging es zu einer Exkursion ins Archäologische
Landesamt. Dr. Jens Auer begrüßte die Gruppe in den nagelneuen Amtshallen in
Sichtweite zum Schweriner Schloss. Auf einer Führung durch Depot und
Werkstätten wurden seltene Fundstücke wie alte Kanonen präsentiert und
erläutert, wie man diese Artefakte konserviert. Ein Vortrag über die
Möglichkeiten in der ehrenamtlichen Denkmalpflege hat diesen exklusiven Besuch
anschaulich abgerundet.

Der Spezialkurs ist sehr auf praktische Anwendung ausgelegt.
Umweltausbilder Elmar Klemm hat das Kurskonzept den regionalen Anforderungen
angepasst: „Viele Kursteilnehmer schließen sich den folgenden Survey-Angeboten
an. Deshalb ist es mir wichtig, sie von vornherein mit den Bedingungen der Ostsee
und dunklen Seen vertraut zu machen.“ Die unmittelbare Nähe zu Kosie’s Dive
Basis bietet da ideale Voraussetzungen. So begann Tag Zwei gleich mit dem
Tauchbetrieb. Jedes Team bekam ein Übungs-Wrack im Hausparcours zugewiesen, an
dem die gelernten Vermessungsaufgaben unter Realbedingungen trainiert wurden. Alle
hatten Spaß am Arbeiten in einer authentischen Umgebung und freuten sich über zehn
Meter Sicht.

Der Nachmittag gehörte den Fachreferenten. Der passionierte
Unterwasserfilmer Jens-Uwe Lamm (uw-film.de) erläuterte mit jahrelanger
Praxiserfahrung die Funktion von Action-Cams und High-End-Kameras. Mit der
Formel der 5 Ws vermittelte er, wie entscheidend das Erstellen des richtigen Materials
ist, wenn am Ende ein guter Film entstehen soll. Daran appelliert auch Tim
Ollmann. Der Programmierer widmet sich mit viel Leidenschaft dem Thema Photogrammetrie.
Da er schon in zahlreichen Forschungsprojekten mitgearbeitet hat, kann er den Ablauf
einer 3D-Berechnung detailliert schildern und auf typische Anfängerfehler
hinweisen.

Am Samstag starteten die Teams wieder direkt an der
Tauchbasis. Insgesamt vier Boots-Ausfahrten standen auf dem Programm. Im See
liegen zwei historische Lastensegler aus der Gründerzeit, sogenannte
Kaffenkähne. Den Trainingsschwerpunkt bildeten an diesem Tag Videoaufnahmen und
Photogrammetrie. Jedes Team sollte sich einmal an einer vollständigen
3D-Aufnahme probieren. Außerdem soll Videomaterial nach einer vorher entworfenen
Filmidee erstellt werden. Bei rund 15 Metern Sicht in 20 Meter Tiefe machte das
gleich doppelt Spaß. Noch während alle den Abend mit einer gemütlichen
Grillparty auf der Tauchbasis ausklingen ließen, liefen die Rechner weiter. Aus
Punktwolken entstehen 3D-Grafiken …

Der vierte und letzte Kurstag führte zurück in den
Schulungsraum. Alle waren mit vollem Einsatz dabei und wollten wissen, wie es
weitergeht. Im September findet ein jährlicher Dokumentations-Survey auf
Fehmarn statt, bei dem Kursabsolventen historische Wracks untersuchen können.
In diesem Rahmen wird auch der Folgekurs Unterwasserarchäologie 2
angeboten. Die ersten Anmeldungen kamen prompt. Doch zunächst sollen die
Projekte der vergangenen Tage präsentiert werden – Bühne frei. Ein Team hat
sich sogar die Mühe gemacht, ihr Gopro-Material zu einem Filmentwurf
zusammenzuschneiden:

Ich bedanke mich bei einem großartigen Kurs für das rege
Interesse und vier tolle Tage! 2027 geht es weiter am Schweriner See mit dem SK
Unterwasserarchäologie 1.