Jedes Wrack ist ein Rätsel. Ein Dreimaster, der vor über hundert Jahren sank. Eine Segeljacht, die 2009 mit Mast, Segeln und allen Bord-Utensilien in 18 Metern landete. Ein Stahlkoloss, der 2006 beim Transport durch einen Sturm verloren ging. Und dann die Trümmer einer Anlage, die im Zweiten Weltkrieg Torpedos testete und nach Kriegsende gesprengt wurde.
Die Ostsee vor Schleswig-Holstein hat ein Gedächtnis. Wracks aus mehreren Jahrhunderten liegen auf ihrem Grund – besser erhalten als in vielen anderen Meeren weltweit, weil die Ostsee ein Binnenmeer mit niedrigem Salzgehalt ist. Schiffsbohrwürmer, die in salzigerem Wasser Holz zerstören, kommen hier kaum vor. Was sank, bleibt.
